Bereits auf dem Saisoneröffnungsmeeting im Westerwald erblickte der barchettaPC das Licht
der Öffentlichkeit. Damals noch mit einigen technischen Problemen.
Mittlerweile scheinen all diese Probleme behoben und
ein sehr funktionsfähiges, wenn auch in Teilen nur als Spielerei benutzbares, Gerät befindet sich
seither dauerhaft in meiner barchetta im Einsatz.
Um es gleich vorab zu erwähnen: Es handelt sich um einen unverkäuflichen Prototypen.
Eine Serienproduktion ist nicht geplant (nein, auch keine Kleinserie ;-)
Beim barchettaPC handelt es sich um einen, bis auf die Größe, normalen PC, welcher
unter dem Fahrersitz der barchetta verbaut ist. Der PC arbeitet mit einem 900 MHz VIA
Prozessor und greift auf eine 30GB Festplatte sowie 128MB RAM zurück. Die Bildschirmausgabe erfolgt
über ein 5.6 Zoll Farb-TFT Display, welches über einen Schwanenhals in Höhe des Radios befestigt ist.
Als Peripheri verfügt der barchettaPC über einen Funk-Trackball zur Steuerung, eine (Notfall-)Funk Tastatur
welche jedoch im normalen Betrieb nicht gebraucht wird, einen GPS-Empfänger zur Positionsbestimmung
und für die Navigation, einen W-Lan Adapter, sowie einen USB-Hub zum Anschluss von Digital-Fotoapparat und Kamera.
Der PC selbst ist dabei nicht größer als 3 nebeneinander liegende Zigarettenpackungen. Er ist auf einer Grundplatte
montiert und befindet sich nochmals auf einer schwingungsdämpfenden luftgefederten Platte, die die
Einwirkungen der Strasse auf die Festplatte des PCs dämpft. Auf der Grundplatte befinden sich noch die
diversen Funkempfänger sowie verschiedenen elektische Bauteile zur Spannungswandlung.
Auch verfügt der barchettaPC
über eine Selbstabschaltung bei zu niedigem Energieniveau der Autobatterie und verhindert dadurch,
dass sich die Autobatterie soweit entladen kann, das man die barchetta nicht mehr an bekommt.
Zum Betrieb während der Fahrt ist die Stromversorgung über die barchetta durchaus ausreichend, ohne das
irgendwelche technischen Änderungen am Fahrzeug hätten durchgeführt werden müssen. Bei ausgeschaltetem Motor und
eingeschlatetem TFT-Display, hält die komplette Anlage bis zu 2 Stunden durch, bevor sie sich selbst abschaltet um die
Fahrzeugbatterie zu schonen. Bei ausgeschaltetem TFT und voller Batterie läuft der PC sogar einen vollen Tag
durch bevor ein kritisches Energieniveau erreicht wird und sich das Gerät selbst abschaltet.
Die Grundplatte, auf der alle Teile die zum barchettaPC gehören, verbaut sind, lässt sich mit wenigen
Handgriffen komplett vom Fahrzeug trennen und aus dem Fahrzeug entnehmen. Das Display lässt sich in wenigen
Sekunden vom Schwananhals abschrauben und an einem sicheren Ort verstauen. Bei abmontiertem Display
ist von der ganzen Anlage nichts mehr zu sehen, da der Rest ja unter dem Fahresitz verbaut ist.
Elektonische Störungen an der barchetta durch den Betrieb des barchettaPC konnten bisher noch keine festgestellt werden.
Die Tonausgabe erfolgt sowohl über den eingebauten Lautsprecher des Displays als auch über einen Funksender welcher auf
einer einstellbaren Radiofrequenz die Tonsignale in das normale Autoradio übermittelt, wo sie dann
wie jeder beliebige Radiosender empfangen und ausgegeben werden können.
Die Software, sprich die graphische Oberfläche des barchettaPC, ist eine Eigenentwicklung und
ermöglicht es auf einfache Weise viele Funktionen unter einen Hut zu bringen.
So kann der barchettaPC als Navigationssystem benutzt werden, Videofilme, Musikvideos und Karaoke
abspielen, die Bilder vom digitalen Photoapparat direkt einlesen, auf diesem löschen und dann verwalten und anzeigen
und wenn gewünscht sogar als Slideshow abspielen, MP3-Alben abspielen und dabei das Cover der CD anzeigen,
über die angeschlossenen digital Camera Einzelbilder oder
beliebig lange Videosequenzen, auch währen der Fahrt, aufzeichnen, Adressen verwalten und mit Photo der jeweiligen Person anzeigen,
Statistiken über Höhe und Geschwindigkeit der barchetta erstellen und anzeigen, und zu guter
letzt bei Bedarf um jede beliebige Funktion erweitert werden.
Wie sich in längeren Test, z.B. kürzlich auf der Fahrt nach Italien, gezeigt hat, ist der barchettaPC
mittlerweile voll einsatz bereit und läuft sehr stabil.
Durch den W-Lan Empfänger kann der barchettaPC sogar vor der Abfahrt Kontakt zum heimischen PC und
Internet aufnehmen und die Navigationssoftware um aktuelle Staumeldungen erweitern.
Bereits auf der ersten langen Testfahrt bewährte sich
die Option der 'Umfahrungs'-Berechnung und ersparte mir 2 Stunden Stau ;-)
Musikvideos und Videofilme sorgen, hauptsächlich beim Beifahrer, auf langen Fahrten für Kurzweile.
Der Karaoke-Modus kam bisher jedoch noch nicht besonders viel zum Einsatz und gehört eher in die Kategorie 'gimmick' ;-)
Die Steuerung des barchettaPC erfolgt über einen Funktrackball, welcher üblicherweise währen der Fahrt
zwischen Beifahrersitz und Mittelkonsole eingeklemmt wird und sich in dieser Position noch immer
problemlos vom Fahrer bedienen lässt.
Über eine externe 6 GB USB 2.5 Zoll Festplatte lassen sich die Daten, sollte einmal keine W-Lan Funkverbindung
zu einem externen Rechner zur Verfügung stehen, problemlos zu einem anderen PC übertragen.
Durch die einfach zugänglichen externen USB-Schnittstellen, lassen sich problemlos beliebige zusätzliche Geräte
an den barchettaPC anschliessen. Ich hatte bereits testweise einen Fingerabdruckscanner angeschlossen,
um Benutzeridentifikationen durchzuführen. Das System erwies sich jedoch, als noch nicht Praxis tauglich ;-)
Sinnvolle Anwendungen sind jedoch z.B. der Anschluß von externen Kartelesegeräten mit denen man Bilder von
anderen Digitalkameras schnell in die interne Verwaltung des barchettaPC einlesen kann.
Derzeit experimentiere ich mit dem Anschluss eines kleinen Microprozessor gesteuerten Computers, der die
Fahrzeugdaten auswerten und an den barchettaPC weitergeben kann. So währe es problemlos möglich
elektronische Steuer und Regelaufgaben am Fahrzeug oder der erweiterten Elektronik durch den barchetaPC
überwachen oder auch ausführen zu lassen.
Ich denke mit diesem Bereicht habe ich einen kleinen Überblick zum barchettaPC gegeben. Weite Fragen beantworte ich gerne.
Sollte jemand an einer ähnlichen Idee arbeite oder sich so etwas in die eigene barchetta einbauen wollen
stehe ich gerne mit Ratschlägen zur Verfügung.
Zu guter letzt, beantworte ich noch die am meisten gestellte Frage:
Was kostet der Spass?
Nun, die Frage ist garnichmal so leicht zu beantworten, da ich mir die Teile über einen Zeitraum von
ca. 9 Monaten an allen Enden und Ecken besorgt habe. Viele Teile hatte ich schon zu Hause rumliegen oder
habe sie günstig bei eBay ersteigert. Meinen Schätzungen nach, sind meine Materialkosten unter 1000 Euro
geblieben. Die Arbeitszeit, insbesondere für die Softwarentwicklung, kann ich allerding im Nachhinein
nicht mehr abschätzen ;-)
Wer sich für das Gerät interessiert und es mal live sehen möchte, wird mich, meine barchetta und den barchettaPC
auf dem Deutschlandmeeting 2003 treffen können.
TOP DOWN
Mirko [Webmaster der www.barchetta.info]
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